Das Beschaffungsvorhaben setzt sich aus zwei Losen zusammen: Los 1 Merge Processing (20260108_LB-LV_3D-Seismic Merge Procesing_GIGA-M_V0.docx). Los 2 Seismische Reservoir Charakterisierung (SRC) (20260108_LB-LV_Seismische Reservoir Charakterisierung Giga-M_V0.docx). Die Stadtwerke München (SWM) haben seit 2004 kontinuierlich eigene Geothermieprojekte entwickelt bzw. laufende übernommen, um CO2-neutrale Erdwärme in das Münchner Fernwärmenetz einzuspeisen oder zur Stromproduktion zu nutzen. Ziel der SWM Fernwärmevision ist, bis 2040 einen Großteil des Münchner Fernwärmebedarfs durch Geothermie zu decken. Die Erkundung der Untergrundverhältnisse bildet eine wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige Erschließung weiterer Geothermiepotentiale. Aus diesem Grund führen die SWM Services GmbH und weitere Partner, im Rahmen eines Verbundforschungsprojektes mit dem Kürzel „GIGA-M“, eine seismische Messkampagne zur Neuerkundung und weitgehenden Lückenschließung in der 3D-Seismikabdeckung im Stadtgebiet München und dem unmittelbaren Umland durch. Der geplante Messumfang beträgt ca. 1.073 km². Hauptziel der seismischen Erkundung ist die ca. 500 – 600 m mächtige oberjurassische Weißjura-Gruppe (syn. Malm), die über das Arbeistgebiet in einer Tiefenlage zwischen ca. 4.250 m im Süden und ca. 1.400 m im Norden unter der Geländeoberfläche anzutreffen ist. Ziel ist, ein großräumiges Reservoirmodell für die Planung und Umsetzung des Geothermieausbaus in der Region sowie des folgenden langjährigen Reservoirmanagements zu erstellen. Dieser Neu-Datensatz soll, basierend auf den originalen Felddaten, zusammengeführt und reprozessiert werden mit den Feld-Datensätzen älterer Suveys (Merge Processing, Prestack Depth Migration (PreSDM)), um einen einheitlichen kontinuierlichen Datensatz von ca. 1.600 km² über die gesamte GIGA-M Fläche zu erhalten (Los 1). Können einzelne Roh-Datensätze nicht rechtzeitig beschafft werden und stehen dann nur als Post-Stack Daten zur Verfügung, sollen sie nach dem Prestack-Merge Processing mit dem resultierenden Datensatz verschmolzen werden (Poststack Merge). Darüber hinaus besteht für das Erlaubnisfeld Freiham eine weiterführende Fragestellung innerhalb des Los 1. Über diese Fläche existiert bereits eine 3D-Seismik aus dem Jahre 2012. Im Rahmen der kommenden GIGA-M Akquisition wird über diese Fläche erneut gemessen. Ein Merge Processing als solches ist deshalb über diesen Bereich nicht notwendig. Allerdings soll ein gezieltes lokales Re-Processing stattfinden, um beide Datensätze für eine 4D Analyse auf- und vorzubereiten. Die resultierenden Datensätze sollen im Anschluss an das Merge Processing und Freiham Reprocessing (Los 1) benutzt werden für weitere quantitative geophysikalische Methoden zur Charakterisierung des Reservoirs (SRC). Diese Auswertungen sind Teil der Aufgaben des Los 2 und bestehen aus 2 Teilen: Teil 1: SRC der Gesamtfläche des Merges Teil 2: 4D-Untersuchung Freiham (SRC Gebiet Freiham) Im Teil 1 soll der Datensatz über die gesamte Fläche des Merges mit modernen quantitativen geophysikalischen state-of-the-art Methoden zur seismischen Charakterisierung des Reservoirs analysiert werden. Hierfür sollen primär zunächst klassische Methoden der Pre- und Post-Stack Inversion, der AVO-Analyse und der Attributanalyse angewandt werden. Ergänzend sollen weitere optionale Methoden wie Seismische Faziesanalyse, Synthetic Gather Inversion, Feature/Geobody Erkennung, Vorwärtsmodellierungen, Analyse von Diffraktionen in ungefilterten Roh-Stapelungen sowie ggf. neue KI basierte Methoden in Betracht gezogen werden. Im Teil 2 sollen die aufbereiteten und reprozessierten Freiham 3D Datensätze der Alt- und Neuseismik aus den Jahren 2012 und 2026 mit entsprechenden quantitativen geophysikalischen Methoden im Rahmen einer 4D-Analyse ausgewertet und verglichen werden. Dadurch sollen mögliche Veränderungen im Reservoirs seit Beginn der Förderung und Injektion im Jahr 2016 und sichtbar gemacht werden. Beide Lose enthalten 2 Aufgabenstellungen/Teile: zum einen sollen die Arbeiten über das gesamte GIGA-M Gebiet ausgeführt werden (jeweils Teil 1 in beiden Losen), zum anderen auf das Gebiet Freiham begrenzt (jeweils Teil 2 in beiden Losen).
Opublikowano
22.01.2026
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